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Geschichte des PillerseeTals

Das Pillerseetal umfasst heute die fünf Gemeinden Waidring, St. Ulrich am Pillersee, St. Jakob in Haus, Fieberbrunn und Hochfilzen.

Während St. Ulrich, St. Jakob, Fieberbrunn und Hochfilzen in frühester Zeit als "Hofmark Pillersee" dem Benediktinerorden Rott am Inn (Bayern) gehörte war Waidring als das "Urbar Waithering" im Besitz des Klosters St. Peter in Salzburg. Dieser Umstand lässt sich geografisch vermutlich damit erklären, dass bedingt durch seine Grenze zu Bayern und Salzburg seit jeher die alte Salzstraße von Bad Reichenhall und Hallein über den Pass Strub durch Waidring in den Westen führte.

Das Benediktinerkloster Rott am Inn besaß für seine wirtschaftliche Existenz weit verstreute Besitztümer, so heißt es in der lateinischen Urkunde "TOTUM BILLERSEE CUM ECCLESIA EIUSDEM LOCI, DECIMIS ET APPENDICIS SUIS", in der deutschen Übersetzung: ganz Pillersee mit einer Kirche derselben Gegend, mit Zehent und Anhängen. Es handelt sich dabei um den geschlossenen Besitz, die Hofmark Pillersee.

Namensgebung und Wappen der 5 PillerseeTal-Gemeinden:

  FIEBERBRUNN: Ursprünglich hieß die Gegend um Fieberbrunn "Pramau", was zu altdeutsch "Brombeerstrauch" bedeutet. Der Name gilt als typischer Rodungsname und drückt den damals unfruchtbaren Zustand der Gegend vor ihrer Urbarmachung aus. Der Ortsname "Fieberbrunn" entstand erst nach 1354, als der Legende zufolge die Tiroler Landesfürstin Margarethe Maultasch durch den Genuss vom Quell am Kirchhügel vom Fieber geheilt wurde. Das Wappen versinnbildlicht den Namen der Gemeinde, der sein Entstehen der Heilkraft eines Brunnens verdankt.
  HOCHFILZEN: Der Talboden von Hochfilzen bestand aus Moor- und Sumpfgründen. Diesem Umstand verdankt Hochfilzen auch seinen Namen. "Filzen" bedeutet verfilzte Moore, Torfmoore, durchfilzte Pflanzendecke. Mit Turm und Schwert weist das Wappen auf die hl. Barbara hin, die als Schutzpatronin der Soldaten und Bergleute in der Barbara-Kapelle zu Hochfilzen verehrt wird. Der in vorgeschichtliche Zeit zurückreichende Bergbau und der weit über hundert Jahre alte Schießplatz machen Hochfilzen zu einer Heimstätte der Barbaraverehrung.
  ST. JAKOB IN HAUS: Der Name "Haus" geht in St. Jakob vermutlich auf einen sehr alten, bereits vor der endgültigen Besiedlung bestehenden Einödhof zurück. St. Jakob in Haus heißt nun: der heilige Jakob im Ortsteil Haus. Der Kirchenpatron ist personifiziert für die Kirche.
Das Wappen zeigt drei goldene Jakobsmuscheln, wie sie einst die Jakobs-Pilger auf ihren Kleidern aufgenäht hatten. Darüber befindet sich ein schwarzer Sparren, der an einen Hausgiebel erinnert und die Siedlungsbezeichnung "Haus" symbolisiert.
  ST. ULRICH AM PILLERSEE: Der Kirchenpatron steht für den Ortsnamen.
Der Name Pillersee wird von pujen, pillen = brüllen abgeleitet. Der Vikar Peter Dörfler zu St. Ulrich schrieb 1834: Der See läßt im Winter bey großer Kält' unter dem Eis ein gewaltiges Pillen hören...
Das goldene Ulrichskreuz am Gemeindewappen erinnert an den als Kämpfer gegen die Heidenscharen verehrten, im Jahre 973 verstorbenen heiligen Ulrich, Bischof von Augsburg.
  WAIDRING: Ursprünglich "Waitheringen" oder "Urbar Waithering" ist auf das Geschlecht der Waitheringen, eine adelige Sippe, die in Waidring mehrere Besitzungen hatte, zurückzuführen. Pilgrim von Waitheringen, vermutlich bald nach 1240 verstorben, vererbte das Dorf an seinen Schwiegersohn Otto von Walchen. An dieses Adelsgeschlecht erinnert heute noch das Gemeindewappen, das das Wappenmotiv der "von Walchen" trägt.

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